Wir hatten am 7.November darüber berichtet, dass die Stadt Saalfeld den Gürtel enger schnallen muss, um finanziell über die Runden zu kommen. Die erste Maßnahme zur Einsparung von finanziellen Mtteln bestand darin, dass in einigen Straßenzügen Saalfelds ab 23 Uhr bis morgens 5 Uhr die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet wurde.

Nun, nach gut vier Wochen, mehren sich die Beschwerden von Bewohnern der Stadt Saalfeld. Viele fühlten sich durch die politisch veranlasste Dunkelheit nicht mehr sicher. Gerade Zeitungszusteller haben erhebliche Schwierigkeiten, die Tageszeitungen auszuteilen. 

Die OTZ berichtete kürzlich über zwei betroffene Zeitungszusteller, die mit den neuen Arbeitsbedingungen nun zurecht kommen müssen. 

Ingeburg Hähner sagt: "Manchmal ist es, als ob man auf eine schwarze Wand zuläuft".

Unfälle sind vorprogrammiert, wenn man in dunklen Gassen umherläuft. Der Wintereinbruch steht ebenfalls vor der Tür. Schnee und Glätte werden in den nächsten Wochen unser ständiger Begleiter sein. Wenn dann auch noch die Straßenbeleuchtung, in der ohnehin schon dunklen Jahreszeit eingespart wird, so kann man den Unmut vieler Bürger nur verstehen. 

Nicht nur "Leib und Leben" sind in Gefahr, sondern auch die Attraktivität der Staat Saalfeld wird vermindert. Man kann den eindruck erhalten, dass gewisse politische Kreise, unsere Heimatregion absichtlich vor die Hunde gehen lassen wollen. Die Abschaltung der Straßenbeleuchtung ist die eine Sache, aber es gibt eine lange Liste von weiteren Beispielen, die belegen, dass unsere Politiker nicht willens oder in der Lage sind, sich für die Interessen der Bürger zuständig zu fühlen. 

Die oben erwähnte Zeitungszustellerin Frau Hähner schrieb kürzlich einen Brief an die Stadtverwaltung einen Beschwerdebrief.

"Seine Kollegin Ingeburg Hähner hat einen Brief an die Stadtverwaltung geschrieben, in der sie von unzumutbaren Arbeitsbedingungen berichtet, von "Angst um Leib und Leben". Aus ihrer Sicht spare die Stadt an der falschen Stelle. Ihr Vorschlag: Jede zweite Straßenlaterne in der gesamten Stadt abklemmen.

 

Vize-Bürgermeister Wolfgang Dütthorn (CDU) begründet in seinem Antwortbrief noch einmal die Notwendigkeit der Abschaltung. Hähners Vorschlag, jede zweite Laterne abzuschalten, werde "von unserer Versicherung abgelehnt", sei technisch auch nur sehr aufwändig zu realisieren. Immerhin: Alle Beschwerden sollen noch einmal im Bau- und Wirtschaftsausschuss der Stadt beraten werden."

Es soll "beraten werden". Aha, man fragt sich ernsthaft, welche Maßnahmen zukünftig ergriffen werden, um den Etat zu schonen?!  

In den Kommentarspalten auf der Netzseite der Ostthüringer Zeitung, haben sich wie so oft, ganz intelligente Leser verewigt, die die Verantwortung für die miserablen Arbeitsbedingungen der Zeitungszusteller der OTZ selbst in die Schuhe schieben möchten. An dieser Stellen möchten wir betonen, dass wir die etablierten Massenmedien, worunter auch die OTZ fällt, nicht verteidigen möchten, aber in diesem Punkt ist ganz klar die Stadt für die Sicherheit seiner Bürger zuständig. Und dieser Zuständigkeit entledigt sich die Politik zusehenst. 

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