Am 8.11 sind sämtliche Kommunen dazu aufgerufen, ihre Verwaltungsorgane, Vereinsgebäude, Schwimmhallen, Bibliotheken, Museum etc. nicht zu öffnen. Dies ist das Ergebnis des kommunalen Finanzausgleiches, der den Kommunen in Thüringen voraussichtlich Kürzungen in Millionenhöhe beschert. Man kann diese Aktion allerdings nicht als Streik bezeichnen, denn im Gegensatz zu einem regulären Streik in der Privatwirtschaft, nehmen die Angestellten Urlaub oder bummeln Überstunden ab.
Es wird an diesem Tag auch Infostände für alle Bürger vor den städtischen Rathäusern in Saalfeld und Rudolstadt geben, denn die Folgen der Einsparungen betrifft ebenfalls die Bürger.
Ein aktuelles Beispiel in Saalfeld belegt die Dramatik der Haushaltskürzungen. Um Gelder einzusparen werden ab dem 7. November in einigen Saalfelder Straßen ab 23 Uhr bis 5 Uhr morgens die Straßenbeleuchtung abgeschaltet.
Betroffene Stadtbereiche: Adlerstraße, Floßstraße, Altgorndorf, Remschütz, Gewerbegebiet Beulwitz, Am Oberen Watzenbach und Kircherstraße.
Das Fehlen von Geldern wird wohl fast überall im kommunalen Sektor ein Thema sein. Doch nicht an allen Orten wird gegen diesen unhaltbaren Zustand protestiert.
Es ist heute wichtig, sich gegen das zu wehren, was Unrecht ist. Hierbei gibt es viele Mittel und die Stadtverwaltung in Saalfeld und Rudolstadt hat ein "Mittel" aufgegriffen. Jeder Bürger sollte sich einbringen und sagen, was ihm nicht passt. Die Leute, die heute zu Hause sitzen und sich sagen: "Was geht mich das an?", sollten tief in sich gehen. Hätte es 1953, zum Arbeiteraufstand, oder 1989, zum Sturz der Berliner Mauer, nur solche Biedermänner gegeben, würden wir heute immer noch im geteilten Deutschland leben.
In jeder Generation gab es Menschen, die Probleme und Ungerechtigkeiten auf die Straße getragen haben und Menschen, die sich auf diesen Lorbeeren ausruhten. Es ist wichtig, dass auch wir handeln und zeigen, dass wir nicht alles mit uns machen lassen.