Es ist erfreulich zu sehen, dass unser Volk zu Teilen doch nicht so blind und desinteressiert durch das Leben geht, wie man das, leider zu Recht, von einem Großteil der deutschen Bevölkerung gewöhnt ist.
Doch die Bürgerversammlung vom 13. Januar im Hotel "Weißer Hirsch" in Schwarzburg hat uns eines Besseres belehrt. Für 200 Personen gab es an diesem Abend Sitzplätze. Diese reichten jedoch nicht im Geringsten aus. Gerade viele Schüler der Regelschule "Macheleid" verfolgten die hitzige Diskussion stehend.
Eltern, Lehrer und Schüler; und zum Erstaunen die Bürgermeister der VG Mittleres Schwarzatal haben ihre Schulen noch nicht aufgegeben und kämpfen um deren Erhalt. Auch Unternehmer beispielsweise aus Mellenbach-Glasbach, setzen sich zunehmend für den Erhalt des Schulstandortes in Sitzendorf ein. Schließlich benötigen die ortsansäßigen Betriebe junge Menschen für ihre Ausbildungsplätze, die es durch den Wegfall der Regelschule in unmittelbarer Nähe dann kaum noch geben wird.
Politische Schützenhilfe gibt es von Dr. Werner Thomas (CDU), der das Thema "Schulschließung" in der Februar-Sitzung des Kreistags erneut auf die Tagesordnung setzen möchte. Für ihn gibt es noch eine Chance, die Schließung der Regelschule rückgängig zu machen. Thomas verweist darauf, dass dies rechtlich noch möglich sei. Die Partei-Bonzen der SPD sehen dies ganz anders.
Interessant ist dabei zu erwähnen, dass unsere Landrätin Marion Philipp nicht im Stande war, ihren Urlaub zu unterbrechen, um an dieser wichtigen Bürgerversammlung teilzunehmen. Man sieht an dieser Reaktion, dass das Thema "Zukunftsfähigkeit des Mittleren Schwarzatals" nicht zu den Themen gehört, die einen hohen Stellenwert für Frau Philipp und Konsorten besitzt. Doch unsere Landrätin hat vorgesorgt und schickte an ihrer Stelle Frau Petra Rottschalk (SPD) ins Rennen. Eine wahrlich würdige Vertreterin, in Bezug auf die Rechtfertigung der Schulschließung. Für ihre unnachgiebige Haltung ("sei sicher, dass die Messen gelesen sind") und ihr arrogantes Auftreten hat sich Frau Rottschalk wenig Freunde gemacht. Auch bezeichnet sie diese Veranstaltung als "zu spät". Schließlich ist seit einem Jahr bekannt, dass der Schulstandort in Sitzendorf der Volkstodpolitik der hiesigen Landes- und Kommunalpolitik weichen muss. Inwieweit diese Aussage stimmt, steht auf einem anderen Blatt. Wir wissen aus der Tagespolitik nur zu gut, dass Politiker gerne im stillen Kämmerlein Gesetze beschließen, die der Öffentlichkeit nur in Bruchstücken unter die Nase gerieben werden. Es besteht daher der Verdacht, dass die Bürger der VG Mittleres Schwarzatal nicht umfassend über die Pläne des Kreistages Bescheid wussten, jetzt die volle Wahrheit herausgekommen ist und sich letztendlich Protest gegen dieses Vorhaben organisiert.
Erstaunen wird wohl die Kehrtwendung der Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft bei einigen Zuhöhrern hervorgebracht haben. Schließlich stimmten diese vor einem Jahr noch für die Schließung der Regelschule und die Verlagerung der Kita und der Grundschule in das Schulgebäude der Regelschule. Doch nun hört man ganz andere Töne und bereut die Zustimmung zur Schließung.
"Wir haben über alle möglichen Gesetzesvorlagen die Protagonisten vergessen, unsere Kinder", räumt Nordt (parteilos, Bürgermeister von Meura) ein.
"Beide Schulen gehören in unsere Region.", so Nordt.
Besonderen Unmut erntete Ex-Innenminister Richard Dewes (SPD) mit seiner Äußerung:
"Wir brauchen keine kleinen Schulen, wir brauchen leistungsfähige Schulen."
Mit solchen Äußerungen hat sich Dewes, der in Bechstedt als Rechtsanwalt arbeitet, disqualifiziert. Aber das haben an diesem Abend eine große Anzahl der dort anwesenden Politiker.
Frau Rottschalk besaß noch nicht einmal den Anstand einer Schülerin zu zuhören, die sich für den Erhalt ihrer Schule aussprach. Sie unterhielt sich mit ihren Tischnachbarn lieber über die Weihnachtsfeiertage.
Wir wissen schon lange, dass auf unsere "Volksvertreter" kein Verlass ist. Wir hoffen an dieser Stelle, dass auch der letzte blinde Bürger in unserer Heimat dies nun auch zur Kenntnis nimmt und Konsequenzen daraus zieht!
Anmerkung: Wir sind zu diesem Sachverhalt über jede weitere Information dankbar. Alle Bürger sind daher dazu aufgerufen, uns weitere Information über den weiteren Werdegang der Schulschließung zu liefern!